Jump to Navigation

Wissenwertes über Li-Ion Akkus

Li-Ion Batterien findet man heutzutage überall. Handys, Notebooks, sogar in Autos werden sie nun verbaut. Leider wissen viele Menschen nicht viel über sie und geben auch noch falsche Tipps bei der Verwendung dieser Batterien. Hier sind die 2 wichtigsten Sachen über Li-Ion Batterien, die man wissen sollte:

  1. Je weniger man eine Li-Ion Batterie entlädt, desto öfters kann man sie laden. Wenn man sie nur 5% entlädt, kann man sie mehrere hunderttausend Male wieder laden. Eine Tiefentladung hält eine Li-Ion Batterie aber nicht einmal 10 mal stand. Glücklicherweise schalten sich fast alle Batterien bereits bei einem Ladestand von 40% schon ab.

    Ich möchte hier mal kurz die billigen Batterien erwähnen, die mit einer höheren Kapazität werben. Da die Energiedichte von Li-Ion Zellen limitiert ist, gibt es für den Hersteller genau 2 Möglichkeiten, die Kapazität eines Akkus anzuheben. Die eine ist den Akku größer zu gestalten, die andere ist die Entladeschwelle herunterzusetzen. Die zweite Methode ist ein einfacher Weg, Kapazität gegen Ladezyklen zu tauschen, was aber eine kurze Lebensdauer des Akkus zur Folge hat.

  2. Eine Li-Ion Batterie verliert ständig an Kapazität. Die Frage ist nur wie schnell. Eine vollständig geladene Li-Ion Zelle verliert im Jahr etwa 20% ihrer Kapazität bei einer Lagerung bei 25°C. Bei 40°C sind das schon 35% und das unabhängig von der Nutzung der Zelle. Stellt man aber einen Vollgeladenen Li-Ion Akku in den Kühlschrank bei 0°C, kann man die Alterung auf 6% reduzieren. Eine etwa zur Hälfte geladener Akku verliert gerade einmal 2% ihrer Kapazität bei 0°C bzw 4% bei 25°C. Das ist auch der Grund, weshalb Notebookakkus immer halb-geladen geliefert werden. Niedrige Temperaturen verlangsamen das Altern, aber bei -25°C kann man den Akku zerstören.

Die große Frage ist natürlich wie man den Akku nutzen sollte, damit er möglichst lange hält. Eine Menge von Freunden fragen mich diese Frage, da die meisten Tipps für Akkus, die im Netz kursieren nur für Ni-Cd oder Ni-MH Akkus gedacht sind, aber nicht für Li-Ion. Ich rate denen immer nicht nach einem striktem Muster vorzugehen sondern einfach immer dann den Akku zu laden, wenn es gerade gelegen ist und ihn zu nutzen, wenn man ihn nutzen muss. Die Sache mit Li-Ion Akkus ist einfach, dass man sie nicht so oft wieder laden kann, wenn man sie stärker entlädt. Gleichzeitig sinkt aber die Kapazität schneller, wenn man sie voll lädt. Die Lösung ist also nur ein Kompromiss, wo man den Akku nutzt, sobald er vollständig geladen ist und dann lädt, wenn man weiß, dass man ihn wieder nutzen wird. Da das aber genau der Zyklus ist, den man normalerweise hat, sollte man sich wegen des Akku-ladens einfach keine Gedanken machen.

6 Responses to “Wissenwertes über Li-Ion Akkus”

  1. Jiena:

    a very useful article! THX

  2. errorfinder:

    Hallo,

    das mit der Ladehäufigkeit verstehe ich nicht:

    Gerade die Notebook-LiIo-Akkus verlieren innerhalb eines Jahres einen hohen Anteil ihrer Kapazität, weil sie immer wieder zum Laden angeschlossen werden bevor sie leer sind. D.H. Trage ich ein Notebook von A nach B mit darin verbleibenden Akku, wird nach erneutem Anstecken ans Ladegerät ein Ladezyklus hochgezählt.
    Seitdem ich das Laden von Handy (LiPo) und Notebook (LiIon) immer nur dann mache, wenn die Geräte ausgehen, oder bei 10% sind, halten sie merklich länger, bzw. es ist noch kein Ende in Sicht (Handy, 3Jahre). Beim Notebookakku habe ich nach 70 Ladezyklen immer noch 97% Kapazität.

    Gibt es eine Erklärung der ihre Theorie mit meiner Praxis in Einklang bringt?

    MfG

  3. Qian Qin:

    Das ständige Auf und Entladen bekommen manchen Akkus nicht korrekt mit und denken, der Akku sei leerer als er ist. Dann muss man ihn einmal komplett entladen und wieder voll aufladen, damit der Chip das auch mitbekommt. Leider ist dieser Vorgang wiederum schädlich für den Akku und sollte deshalb maximal alle paar Monate wiederholt werden.

    Zum Vergleich: Ich nutze mein Notebook fast immer bis er meckert, dass er an den Stromstecker muss (täglich 1 Zyklus). Mein Handy ist dagegen fast ausschließlich auf der Dockingstation beim Laden und wird wegen jeder Kleinigkeit abgenommen (täglich 20 Zyklen). Der Akku meines Notebooks hat nach 1 Jahr etwa 50% der Kapazität. Die Kapazität vom Handyakku hat sich kaum verändert.

  4. Nat:

    Sehr interessanter Artikel!

    Leider deckt er sich nicht so ganz mit meinen Praxiserfahrungen.
    Wie ist es denn zu erklären, dass mein Notebook-Akku, der ca. ein halbes Jahr lang fast 24/7 am Netzstecker hing, nun nur noch 10min Saft liefert?. Das ist mittlerweile das 2. Gerät bei dem ich den Akku durch diesen “Dauernetzbetrieb” gekillt habe.

  5. Qian Qin:

    Ich denke, dass dein Hersteller bei der Akkuladetechnik geschlampt hat. Wahrscheinlich ist die Hysterese für den Ladevorgang falsch konfiguriert, sodass der Akku ständig geladen wird. Außerdem schadet die Hitze vom Notebook dem Akku. Wenn es über 40°C warm wird verliert der Akku extrem schnell seine Kapazität.

  6. high:

    Gibt es eine DIN-Farbe (RAL-code?) für Li-Ionen Akkus?